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1. Welpenschule – ja oder nein?

Die Frage ist elementarer als man auf den ersten Blick glaubt. Viele Hundeschulen veranstalten keine Welpenschule und raten sogar davon ab. Andere Hundeschulen empfehlen den Besuch der Welpenschule sobald der Welpe bei seinen neuen Besitzern eingezogen ist – Welpenschule, ja oder nein? Warum gibt es derart konträre Auffassungen?

Welpenschule findenDer Grund für die gegensätzlichen Meinungen liegt in den elementaren Unterschieden der Trainingsmethoden der Hundeschulen. Es gibt verschiedene Möglichkeiten einen Hund auszubilden, die aktuell populärste Methode ist die der Konditionierung mit Hilfe von Futter. Bei der Konditionierung wird der Futtertrieb des Hundes genutzt, um ihm ein gewünschtes Verhalten anzudressieren. Damit lassen sich sehr gute Erfolge erzielen. Allerdings ist man bei dieser Methode darauf angewiesen, dass der Hund einen entsprechenden Futtertrieb hat und dass kein anderer Trieb, zum Beispiel Jagdtrieb, Spieltrieb oder Sexualtrieb, den Futtertrieb situationsbedingt überlagert.

Auch wenn diese Methode effektiv sein kann, sollte man sich bewusst machen, dass ein Hund, der mit Konditionierung gearbeitet wird, sich nicht wie gewünscht verhält, weil er durch Verstehen gelernt hat und seinen Besitzer als Rudelführer akzeptiert, sondern weil er Futter möchte. Bei der Konditionierung wird daher keine Beziehung zwischen Hund und Besitzer im Sinne einer Rudelbildung eingegangen.

Anders ist das bei der klassischen Hundeausbildung, die auf einer respekt- und vertrauensvollen Beziehung zwischen Hund und Hundebesitzer basiert. Der Hund lernt im Laufe der Ausbildung seinen Besitzer als Rudelführer zu akzeptieren, ihm zu vertrauen (leader-follower-principle) und geht mit ihm eine enge Bindung ein. Diese Ausbildung setzt auf Kommunikation und reelles Verstehen, statt auf Futter, und erreicht so ein anderes Level des Miteinanders von Hund und Hundebesitzer. So verzichtet dieses Ausbildungskonzept, wie das Body Talk Communication System, gänzlich auf die Belohnung durch Futter und ist dadurch besonders artgerecht. Das wichtigste Kommunikationsmittel ist bei dieser Form der Ausbildung die Körpersprache, da Hunde instinktiv Bewegungen und Zeichen verstehen. Schließlich findet die Verständigung unter Hunden auch zu 95% nonverbal statt.

Beide Ausbildungsmethoden haben ihre Berechtigung und mit beiden Methoden lassen sich Erfolge erzielen. Jedoch liegt der elementare Unterschied in der Prägung des Welpen, worin die kontroversen Ansichten zum Thema Welpenschule begründet sind:

Bei der Konditionierung wird der Hund auf Futter geprägt, bei der (klassischen) Ausbildung auf seinen Besitzer. Daher findet man bei Hundeschulen bzw. –trainern, die mit Konditionierung arbeiten, oftmals keine Welpenschule, da hier vor allem die Sozialisierung mit anderen Artgenossen und das Ausleben des Spieltriebs im Vordergrund stehen. Beides ist für die Arbeit mit Konditionierung kontraproduktiv, da der Meute- und Spieltrieb den Futtertrieb zu einem späteren Zeitpunkt überlagern könnten.

Der klassischen Hundeausbildung stehen Welpenschulen in keinster Weise im Weg, da der Hund im Laufe der Ausbildung eine enge Beziehung, geprägt von gegenseitigem Vertrauen und Respekt, zu seinem Besitzer aufbauen wird und lernen wird, dass er zum Rudels seines Besitzers gehört. Spielen oder Ablenkung durch andere Hunde ist dadurch kein Problem, da dem Hund jederzeit klar ist wo er hin gehört. So wird der Hund jederzeit sicher abrufbar sein, auch ohne Futter.

Die unterschiedlichen Auffassungen bezüglich Welpenschulen sind also in den unterschiedlichen Trainingsmethoden begründet. Konditionierung oder Ausbildung, diese Frage sollten sich Hundebesitzer stellen, bevor sie sich für eine Welpen- bzw. Hundeschule entscheiden.

2. Was wird in der Welpenschule gelernt und ab wann beginnt die Ausbildung?

Welpen erziehenDer Besuch der Welpenschule dient der Sozialisation des Welpen. Hier lernt der Welpe spielerisch sich anderen Hunden und auch Menschen gegenüber richtig zu verhalten. Dabei wird kein sicherer Gehorsam verlangt, der Welpe soll viel mehr prägende, positive Erfahrungen mit anderen Hunden und Menschen machen. Durch Duldungsübungen wie vorsichtiges auf den Rücken drehen und Zähne nachsehen, lernt der Welpe im Spiel seinen Besitzer als Rudelführer zu akzeptieren.

Außerdem lernt der Hundebesitzer seinen Welpen richtig einzuschätzen und seinen Charakter kennen, der im Spiel mit anderen Hunden besonders deutlich wird. Ein kompetenter Trainer (m/w) sollte den Hundebesitzern an dieser Stelle Hilfestellung geben und mit Hilfe seiner Erfahrung, den Welpen sehr gut einschätzen können. Das ist wichtig für die spätere Junghundeausbildung und die Bestimmung des Zeitpunkts des Ausbildungsbeginns.

Die Ausbildung beginnt im Junghundealter, das heißt ab der 16. bis 20. Lebenswoche. Wann in diesem Zeitraum genau mit der Junghundeausbildung begonnen wird, ist individuell abhängig vom Typ des Hundes, seiner Reife, was auch etwas mit seiner Rasse zu tun hat und nicht pauschalisiert werden kann.

3. Ab und bis wann ist die Welpenschule sinnvoll?

Die Welpenschule kann wenige Tage nachdem der Welpe eingezogen ist, zum ersten Mal besucht werden. Bis zur 16. bis 20. Lebenswoche macht der Besuch Sinn, anschließend sollte mit der Junghundeausbildung begonnen werden.

4. Worauf sollte ich achten?

Das wichtigste bei der Auswahl der richtigen Welpenschule ist ein kompetenter Hundetrainer. Durch negative Zwischenfälle innerhalb der Welpengruppe kann das Vertrauen des Welpen, abhängig vom individuellen Charakter, schnell elementar gestört werden. Das gilt es absolut zu verhindern! Der Welpe soll lernen, dass sein Besitzer ihn vor unlösbaren und gefährlichen Situationen beschützt, er soll lernen, dass er sich auf seinen Besitzer als Rudelführer verlassen und ihm vertrauen kann. Das heißt nicht, dass Welpen nicht auch mal raufen dürfen, aber ein Mobben der Welpen untereinander muss unterbrochen und unterbunden werden. Daher ist unbedingt darauf zu achten, dass nicht zu viele Welpen in einer Welpenschule sind. Als Faustregel gilt: bei fünf bis sechs Welpen sollte der Trainer so viel Übersicht behalten können, dass er im Zweifel eingreifen kann.

Ramona Teschner

Ramona Teschner

Ramona Teschner ist Hundetrainerin und studierte Tierpsychologin. Sie gründete 2008 die Hundeschule Body Talk und entwickelte mit dem B.T.C.S. ihr eigenes Ausbildungskonzept für Hunde. In ihren Kursen, bei Seminaren und Vorträgen teilt sie ihr Wissen rund um den Hund!
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