Wie beim Mensch werden auch bei unseren Tieren in den letzten Jahren immer häufiger allergische Erkrankungen diagnostiziert. Dies liegt einerseits an einer tatsächlichen Zunahme dieser Krankheiten, sicher aber auch an einer besseren Kenntnis der Krankheitsbilder.

Als Administrator einer großen Hunde-Backgruppe bei Facebook lese ich leider mehrfach täglich „Mein Hund verträgt das nicht“, „Mit diesen Zutaten kann ich nicht backen, dann juckt er sich wieder“ oder „Der Tierarzt meinte, ich muss eine Ausschlussdiät machen, kann ich jetzt überhaupt noch Leckerli füttern“.

Futterunverträglichkeit beim Hund

Ich finde es bemerkenswert, wie sich diese Leute für Ihre Hunde einsetzen und was sie alles an Bemühungen aufwenden, um dem Hund trotzdem den größtmöglichen Luxus zu bieten. Als Tierheilpraktikerin finde ich es aber auch erschreckend! Erschreckend, wie viele Lebewesen in meinem Umfeld mittlerweile von Allergien geplagt sind. Noch erschreckender, wie viele nichts dagegen unternehmen – also gegen die Ursachen, nicht gegen die Symptome!

Allergie beim Hund – Was kann man dagegen tun?

Dann wird eben eine Ausschlussdiät gemacht und herausgefunden, dass nur noch extrem exotische Fleischarten gegeben werden können. Es werden regelrechte „Wettkämpfe“ ausgetragen, welcher Hund am wenigsten verträgt und wie man das Ganze im Alltag so super manage. Aber soll das unser Aller Ziel sein?

exotische Hundefütterung

Was oft außer Acht gelassen wird ist, dass psychische Faktoren auch Magen-Darm- Beschwerden und/oder Hautprobleme verursachen. Wenn mein Hund Durchfall hat oder sich juckt, dann ist das vielleicht erstmal KEINE Allergie. Es kann aber zu einer werden, wenn man nicht rechtzeitig etwas für/gegen diesen belastenden emotionalen Zustand tut.

Was sollte der Besitzer tun, wenn der Hund mit Magen-Darm-Beschwerden reagiert?

Gerade wenn der Hund mit Magen-Darm-Beschwerden reagiert, ist es wichtig, eine Nulldiät einzuhalten. Auch wenn es uns – und da nehme auch ich mich nicht raus – wirklich schwer fällt, ist es extrem wichtig für den Hund, diesen mindestens 24 Stunden fasten zu lassen, damit sich der Magen-Darm-Trakt des Hundes erholen kann. Denn sonst besteht die Gefahr, dass sich aus einer Magen-Darm-Reizung – beispielsweise bedingt durch Stress oder einen Infekt- Futtermittelallergien bilden, da die „Schutzschicht“ des Darms gerade nicht optimal funktioniert und Nahrungsmoleküle durch die Darmschleimhaut in den Blutkreislauf gelangen, gegen diese sich dann das Immunsystem richtet.

Der allergischen Reaktion ist immer der Erstkontakt mit dem betreffenden Allergen vorausgegangen. Dadurch wird das Immunsystem sensibilisiert und reagiert bei wiederholtem Kontakt möglicherweise überschießend. Als Allergene kommen vor allem Infektionserreger, Parasiten, Futtermittel, chemische Substanzen und Medikamente in Frage. Die Reaktionen können den ganzen Körper betreffen oder nur einzelne Organe wie die Haut, das Magen-Darm-System oder den Atmungsapparat.
Wegen der vielen möglichen Ursachen ist es schwer, den oder die Auslöser einer Allergie zu finden. Jede Information über die Lebensgewohnheiten und die Umgebung des Hundes ist deshalb extrem wichtig für die Diagnose.

blütenpollen

Futtermittelunverträglichkeit oder Probleme mit Blütenpollen?

Grundsätzlich gilt es erstmal die akuten Beschwerden zeitnah zu minimieren, um dem Hund schnell Erleichterung zu bringen. Das kann gerne bei Futtermittelunverträglichkeit mit der schon angesprochenen Ausschlussdiät erfolgen. Oder man befreit den Hund nach dem Spaziergang mit einem feuchten Tuch von Blütenpollen, wenn dieser darauf reagiert. Mit Hilfe eines Pollenflugkalenders oder dem Pollenwarndienst lässt sich feststellen, wann bestimmte Pollen fliegen. An sonnigen, windreichen Tagen sollten Aufenthalte im Freien, besonders auf Wiesen und Feldern, gemieden werden. Man wählt also die Gassi-Ausflüge zu Uhrzeiten, zu denen weniger Pollen fliegen. Hier könnte ich noch endlos mit Beispielen weitermachen. Man arrangiert sich eben bestmöglich mit der Situation.

Nichts desto trotz finde ich es jedoch wichtig und richtig, nicht nur die Symptome zu lindern, sondern langfristig eine Veränderung der Gesamtsituation zu erwirken. Die Therapie mit einer Eigenblut-Nosode beispielsweise gibt dem Körper kleinste Reize, die das Abwehrsystem anregen, ganz egal, gegen welchen Stoff es sich gerade wehrt.

Wenn die Hundehalter sich nicht damit brüsten würden, welcher der Hunde mehr Allergien hat – so zumindest manchmal mein Gefühl – und Anstelle dessen einen Darmaufbau und eine Desensibilisierung mit einer Eigenblut-Nosode durchführen würden, damit der Hund nicht lebenslang ein Allergikerfutter benötigt, sondern langfristig gesehen zumindest wieder mehr bzw. alles fressen kann, dann gäbe es auch weniger Allergiker. Daran habe die Halter aber komischerweise weniger Interesse, als Känguru oder ein beliebiges anderes exotisches Fleisch zu importieren.

Jacqueline Hettich

Gesund + Aktiv –Tierheilpraxis
Zeppelinstr. 5 | 78166 Donaueschingen
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