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Reisen ist für viele das schönste überhaupt und oftmals wird dazu das Flugzeug genutzt, um an das Wunschziel zu gelangen. Doch was ist, wenn der eigene Vierbeiner auch mit möchte? Fliegen mit dem Hund, geht das? Was bei der Mitnahme eines Hundes beachtet werden muss, haben wir hier im edogs-Magazin zusammengefasst. 

Welche Voraussetzungen muss mein Hund erfüllen? 

Fliegen mit dem Hund kann viel Stress bedeuten. Grundsätzlich ist daher eine tierärztliche Beratung sehr ratsam und sinnvoll, bevor man eine Flugreise mit dem Hund plant. Zusätzlich sollte der Hund gut erzogen sein und sicher auf die Kommandos des Frauchens bzw. Herrchens reagieren. 

Was muss ich als Hundebesitzer beachten? 

Als Hundebesitzer ist man logischerweise dafür zuständig, sich um die Organisation der Reise zu kümmern. Eine rechtzeitige Buchung des Fluges, die Beachtung der Einreisebestimmungen und die Wiedereinreisebestimmungen sowie das Mitführen der wichtigsten Dokumente stehen auf der To-Do-Liste.

Darf jeder Hund fliegen? 

Eindeutig nein. Manche Airlines nehmen keine Listenhunde mit auf die Reise, weil sie unter stressigen Bedingungen als gefährdet gelten. Die Einfuhr nach Deutschland der Rassen Pitbull Terrier, American Staffordshire Terrier, Staffordshire Bullterrier und Bullterrier ist verboten. 

  • Amerikanischer Pitbull Terrier
  • Amerikanischer Staffordshire Terrier
  • Staffordshire Bullterrier
  • Bullterrier
  • Amerikanische Bulldogge
  • Dogo Argentino
  • Karabash 
  • Kaukasischer Owtscharka
  • Rottweiler

Bei Airlines, die Listenhunde mitnehmen, fliegen diese dann in einem speziellen Käfig im Frachtraum mit. Die besonderen Bestimmungen der Fluggesellschaften sind zu beachten. 

Zusätzlich sind stumpfnasige Rassen wie der Boston Terrier, Boxer, Bulldogge, Pekinese und Shi Tzu anatomisch bedingt besonders anfällig für Atemnot. Durch hohe Temperaturen am Flughafen und durch den Transport bedingten Stress kann es zu Kreislaufproblemen des Hundes kommen. Die Atemnot kann sich verstärken. 

Daher empfiehlt es sich, wenn die Temperatur am Abflugs- oder Zielflughafen über 27 Grad beträgt, nicht zu fliegen. Bei der Reise im Flugzeug können im schlimmsten Fall sogar gesundheitliche Schäden entstehen oder der Hund sogar versterben.

Achtung, es gibt sogar ein Mindestalter für Hunde und Katzen: Sie müssen 12 Wochen, wenn es in die USA geht sogar 16 Wochen alt sein.

Vorbereitung auf den Flug 

Vorbereitung ist das A&O, wenn man einen Urlaub mit dem Hund plant. Auf jeden Fall sollte man frühzeitig Flugtickets reservieren, auch für den Hund. Zwar bieten die meisten Airlines noch 24 Stunden vor Abflug die Anmeldung eines Tiertransportes an, jedoch gilt “je früher, desto besser”. Hinzu kommt, dass die Bestimmungen der jeweiligen Airlines unterschiedlich sind und deshalb auf einen tierfreundlichen Transport geachtet werden sollte. 

Geht die Reise ins Ausland, sollten die Einreisebestimmungen des Zielortes vorher unbedingt gecheckt werden. Möglicherweise sind hier gesundheitliche Auflagen, ein besonderer Impfschutz oder eine Leinen- und Maulkorbpflicht einzuhalten. Informationen bietet hier das Auswärtige Amt. 

Gleiches gilt für die Wiedereinreise: Bei einem Urlaub außerhalb der EU müssen die Wiedereinreisebestimmungen der EU eingehalten werden. Dazu zählt zum Beispiel der Impfschutz sowie der Tiergesundheitsnachweis. Der Zoll liefert hierzu weitere Informationen. 

Vorbereitung des Hundes 

Neben dem “Papierkram” sollte bestenfalls auch der Hund auf die Reise vorbereitet werden. Bereits Zuhause kann der Hund an seine Transportbox gewöhnt werden. Durch Leckerlis in der Box und viel Belohnung bekommt der Hund ein gutes Gefühl und er gewöhnt sich an die Umgebung. 

Insgesamt lässt sich sagen, je mehr gewohntes Umfeld, desto stressfreier die Reise. Ein bekanntes Spielzeug und bekannte Gerüche können den Hund beruhigen. 

Kurz vor dem Abflug kann ein langer Spaziergang helfen, den Vierbeiner müde zu machen. Ausreichende Bewegung ist sehr wichtig. Auch Zuneigung, in Form von zureden, spielen und kraulen wird sehr helfen, um Stress vorzubeugen

Was ist mit Beruhigungsmitteln? Die Einnahme hat sicherlich ihre Daseinsberechtigung, dennoch gibt es auch Kritiker. Eine Absprache mit dem Tierarzt des Vertrauens ist daher unbedingt notwendig. 

Was sollte unbedingt in den Koffer? 

Zur Basisausstattung zählen natürlich Wasser, etwas Futter, Leckerlis und ein Kotbeutel. Auf Reise kann ein Erste Hilfe Kasten für den Hund und die Telefonnummer eines Tierarztes vor Ort von Vorteil sein. Zur Sicherheit sollte auch ein Maulkorb mitgenommen werden, da die Gesetze in den Ländern unterschiedlich sind und außerdem gefährlichen Situationen vorgebeugt werden kann. 

Man muss bedenken, dass der Hund in einer fremden Umgebung immer Stress empfindet. Um dem etwas entgegenzuwirken, kann man auch persönliche Gegenstände des Hundes mit in den Urlaub nehmen. Selbstverständlich sollten Leine und Halsband oder Geschirr, bestenfalls versehen mit einem Namensschild, immer dabei sein. 

Diese Dokumente sollten mitgeführt werden: 

  • EU-Heimtierausweis 
  • Nachweis der Tollwutimpfung (Impfung spätestens 3 Wochen vor Abflug)
  • Nachweis der Hundehaftpflicht-Versicherung, mit ggf. Auslandsschutz 

Wo sitzt mein Hund während des Fluges? 

Es gibt zwei Möglichkeiten: Der Hund kann in der Kabine oder im Frachtraum transportiert werden. Soll der Hund in der Kabine mitfliegen, müssen diese Kriterien erfüllt werden: 

  • der Hund muss in einer Box mit der Maximalmaße 55 x 40 x 23 Zentimeter untergebracht sein 
  • der Hund samt Box darf maximal 8 Kilogramm wiegen 
  • während des Fluges muss die Box verschlossen bleiben. Der Hund darf nicht heraus schauen und auch die Box nicht verlassen 
  • die Box darf nicht auf dem Sitz verstaut werden 
  • die Box muss bissfest und wasserundurchlässig sein. Genügend Luft muss hineingelangen. Der Hund muss aufrecht stehen, sich drehen und liegen können.

Hunde im Flugzeug dürfen nicht an den Notausgängen platziert werden, da sie im Notfall den Weg versperren könnten. 

Kann der Hund diese Kriterien nicht erfüllen, wird er im Frachtraum transportiert. Oftmals haben die jeweiligen Fluggesellschaften eigene Transportbehältnisse. Beim Fliegen mit dem Hund sollten jedoch die Bestimmungen der Airline genau gelesen werden. 

Was kostet das Fliegen mit dem Hund? 

Kostenlos können oftmals Blindenhunde oder Behinderten-Begleiter reisen. 

Die Preise sind abhängig von der Flugstrecke sowie von der Größe des Hundes und somit der Transportbox. 

Im Frachtraum gibt es zwei Größenordnungen: 

  • bis 60 x 45 x 40 cm
  • bis 125 x 75 x 85 cm

In der Kabine darf die Box nicht größer als 55 x 40 x 23 cm und mit dem Hund zusammen nicht schwerer als acht Kilogramm sein.

Hier eine Übersicht zu den Preisen bei der Lufthansa:

Hund in der Kabine Hund im Frachtraum
Flüge in Deutschland 50 € 80-160 €
Flüge in Europa 60 € 100-200 €
internationale Flüge 70-110 € 130-380 €

 

Wir wünschen viel Spaß bei der nächsten Reise mit dem Hund!