Berner Sennenhund

Berner Sennenhund
Berner Sennenhund
Berner Sennenhund
Berner Sennenhund
Berner Sennenhund
Berner Sennenhund
Steckbrief
Größe: Rüden: 64-70 cm, Hündinnen: 58-66 cm
Gewicht: Rüden: 38-65 kg, Hündinnen: 36-50 kg
FCI-Gruppe: 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
Sektion: 3: Schweizer Sennenhunde
Herkunftsland: Schweiz
Farben: dreifarbig (Schwarz, Rost, Weiß)
Lebenserwartung: 7-8 Jahre
Geeignet als: Familienhund
Sportarten: Zughundesport, Dogdancing
Charakter: Anhänglich, Intelligent, Treu, Gutmütig, Gelassen, Selbstbewusst
Auslaufbedürfnisse: mittel
Sabber-Potential eher hoch
Stärke des Haarens hoch
Pflegeaufwand: mittel
Fellstruktur: Lang, glänzend und schlicht oder gewellt
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: mittel

Der Berner Sennenhund im Portrait

Der Berner Sennenhund ist eine Schweizer Hunderasse, die von der FCI, der Fédération Cynologique Internationale, der Gruppe 2, Sektion 3 zugeordnet wird. Früher wurden die Hunde, die dem Rassetyp der Sennenhunde angehören, auch Dürrbächler genannt. In der Regel liegt die Lebenswartung der Hunde bei 8 bis 10 Jahren und haben eine kräftige Erscheinung. Ein Berner Sennenhund Rüde erreicht dabei eine Höhe von 64 bis 70 Zentimeter. Eine Hündin wird 58 bis 66 Zentimeter groß. Das Gewicht bei Rüden liegt zwischen 39 und 50 Kilogramm, wobei Hündinnen mit 36 bis 48 Kilogramm etwas zierlicher gebaut sind. Ein naher Verwandter der Hunde ist der Schweizer Sennenhund, der jedoch ein kurzes Fell hat. Weitere ähnliche Rassen sind der Appenzeller Sennenhund oder der Entlebucher Sennenhund. Im Allgemeinen ist der Hund ein wunderbarer Begleiter für eine Familie. Er hat ein gutmütigen Charakter und zeigt besonders gegenüber Kindern keine Aggression oder ähnliches. Wer dem beliebten Familienhund eine passende Beschäftigung bieten möchte, kann ihn als Begleithund einsetzen.

Berner Sennenhund

Der Berner Sennenhund hat eine kräftige, aber bewegliche Statur, wobei die Gliedmaßen stämmig sind. Er hat als einzige Sennenhunderasse langes, leicht gewelltes Fell, und stets glänzt das rassetypisch dreifarbig ist. Dominierend ist dabei der schwarze Mantel, der vom Kopf über den Hals und Rumpf bis zur Rute reicht. Hinzu kommen einzelne weiße und braune Abzeichen. Typischerweise hat der Berner Sennenhund eine weiße Blesse, die unregelmäßig über die Stirn über die Schnauze reicht. Zusätzlich zeichnet ihn eine weiße Brust und weiße Pfoten sowie eine häufig auftretende weiße Rutenspitze. Die braunroten Abzeichen über den Augen, an den Backen und Beinen sind ebenso rassetypisch.

Die Geschichte und Herkunft des Berner Sennenhundes

Ursprünglich waren die Einsatzgebiete des Hundes als Schutz-, Wach- und Treibhund in der Schweiz. Zusätzlich diente er seinen Besitzern als Zugtier. Besonders auf den weit auseinander gelegenen Bauernhöfen im Berner Umland und den Voralpen war er ein wichtiger Helfer. Er erhielt zunächst den Namen “Dürrbächler” nach einem Ort im Kanton Bern, da er hier besonders häufig zu sehen war. 1907 entstand der Schweizerischer Dürrbach-Club, der für Reinzüchtung der Rasse zuständig war. Es wurden erstmals wichtige Rassemerkmale verfasst, die typisch für den Hund waren. Drei Jahre später gab es eine Hundeschau in Burgdorf, wo bereits über hundert Hunde der Rasse vorgestellt wurden. Später wurde der Dürrbächler als Berner Sennenhund bezeichnet, um die Nähe zum Schweizer Sennenhund zu berücksichtigen. Seitdem gewann der freundliche, große Hund an Bekanntheit und ist heute überall als umgänglicher Familienhund bekannt.

Jedoch ist bis heute nicht klar, wie die Rasse, die zu Beginn des 20. Jahrhundert in der Schweiz immer bekannter wurde, entstand. Einerseits gibt es Theorien, die besagen, dass der Berner Sennenhund von der Tibetanischen Dogge abstammt. Andererseits glauben Historiker, dass die Molosser der Römer mit einheimischen Hunden gekreuzt wurden, als sie mit den Legionen über die Alpen in die Berner Region kamen.

Charakter und Wesen: Die Gutmütigkeit und Loyalität des Berner Sennenhundes

Berner SennenhundAuch wenn die Hunderasse eine ziemlich imposante Erscheinung hat, ist der Berner Sennenhund äußerst lieb und freunlich. Er ist aufmerksam und selbstsicher, sodass er als guter Hof- oder Wachhund geeignet ist. Dabei zeigt er aber kein aggressives Verhalten und besonders gegenüber seiner Familie loyal und anhänglich. Für ihre Größe sind die Hunde gut zu führen und lassen sich vergleichsweise gut erziehen. Ihr ausgeglichenes Wesen macht sie zu tollen Familienhunden und auch geeignet für einen Haushalt mit Kindern. Sie geraten selten in Stress und zeigen auch gegenüber anderen Hunden viel Toleranz.

Der Berner Sennenhund benötigt als Familienhund zwar viel Beschäftigung und Auslauf, allerdings eignet er sich nicht für sportliche Aktivitäten, wie Hundesport. Aufgrund seiner Größe und Gewicht können bei Aktivitäten, wie Agility die Gelenke und Sehnen zu sehr beansprucht. Damit steigt ein Risiko einer Verletzung oder einer Erkrankung. Eine tolle Möglichkeit ist die Ausbildung zum Begleit- oder Rettungshund sein. Das gute Grundgehorsam sowie die soziale Art des Hundes macht ihn zu einem freundlichen Begleiter, der ausreichend Ausdauer für diese Arbeit hat und Patienten oder Verletzten viel Vertrauen schenkt. Um dem Bewegungspensum eines Berner Sennenhund gerecht zu werden, sollten Besitzer langen Spaziergängen oder Wanderungen nicht scheuen. Auch wenn die Rasse nicht so agil ist, wie ein Magyar Vizsla oder andere große Hunderassen, freut sich der Berner Sennenhund über ausgedehnte Spaziergänge.

Gesundheit der Schweizer Hunderasse

Mit der Gründung des ersten Schweizer Sennenhunde Verein legten die Züchter viel Wert auf die Reinzucht und die Verbesserung des FCI-Standards. Dadurch reduzierte sich die genetische Vielfalt, woraufhin gehäuft Krankheiten festgestellt werden, die man als rassetypische Krankheiten bezeichnet. Wenn du einen Welpen kaufen möchtest, achte darauf, dass die Zucht nicht mit solchen Krankheiten vorbelastet ist. Dies ist zwar kein kompletter Schutz für deinen Berner Sennenhund Welpen, allerdings minimiert sich damit das Risiko.

Aufgrund der Überzüchtung leiden Berner Sennenhunde gehäuft an einer chronischen Niereninsuffizienz. Außerdem können Welpen und Junghunde an der Autoimmunkrankheit Meningitis-Ateriitis erkranken, der auch beim Beagle oder beim Boxer bekannt ist. Ein anderes, schwerwiegendes Problem ist die erhöhte Anfälligkeit für Krebserkrankungen. Bei Studien zur Sterberate und Ursache wurde bekannt, dass 45 Prozent der Hunde vor dem achten Geburtstag sterben und sogar 72 Prozent nicht älter als 10 Jahre werden.

Eine weitere häufig auftretende Krankheit ist die Degenerative Myelopathie, wodurch sich das Myelin im Rückenmark zurückgebildet. Dadurch kann das Tier die Hinterhand nicht mehr korrekt koordinieren, hat eine gestörte Selbstwahrnehmung und gestörte Reflexe. Allerdings ist diese Krankheit für den Hund nicht schmerzhaft. Mit Physiotherapie und angepasste Bewegung für den Berner Sennenhund kann der Verlauf der Krankheit verlangsamt werden. An der Degenerativen Myelopathie leiden andere große Rassen wie der Collie oder ein Hovawart.
Wie auch bei anderen großen Hunderassen, wie dem Schäferhund, treten bei dem Berner Sennenhund gehäuft HD oder ED auf. In dem VDH wird ein besonderes Augenmerk auf die Bekämpfung von Erbkrankheiten gelegt, weswegen lediglich dysplasie-freie Tiere zur Zucht zugelassen werden. Außerdem nutzen seriöse Züchter Zuchtwerte, die unter anderem auch die Gesundheit und Langlebigkeit berücksichtigen. Dadurch sollen auch in Zukunft weniger Berner Sennenhunde an den genannten Krankheiten leiden und die durchschnittlicher Lebensdauer erhöhen.

Pflege und Erziehung der Sennenhunde

Berner SennenhundDas Fell des Hundes sollte in regelmäßigen Abständen gebürstet werden, um ihn von losen Haaren zu befreien. Ansonsten gestaltet sich die Pflege der Rasse nicht sehr schwierig. Da die dreifarbigen Hunde meist hitzeempfindlich sind, kannst du ihm das Leben an warmen Tagen deutlich erleichtern.
Die Erziehung des Berner Sennenhunds ist nicht besonders schwer, solange die Besitzer direkt im Welpenalter damit beginnen. Besonders Rüden können im Junghundealter viel Kraft entwickelt und der Mensch kann bereits zu Beginn die Loyalität des Hundes für sich nutzen. Trotzdem ist es wichtig, dass du konsequent bleibst und Unarten unterbindest. Ein wichtiges Augenmerk liegt auf der Leinenführigkeit – schließlich wird ein Welpe auch schnell groß und ein Berner Sennenhund auch ziemlich schwer. Ein Kurs in der Hundeschule ist durchaus sinnvoll, damit der Hund lernt mit Artgenossen, sowohl kleinen Hunden als auch großen, umzugehen und richtig zu behandeln.

Haltungsempfehlungen für einen Berner Sennenhund

In erster Linie muss dir klar sein, dass du einen großen, kräftigen Hund bekommst, wenn du einen Hund der Rasse kaufst. Diese benötigen viel Platz und freuen sich über ein großes Gelände, das ihnen zur Verfügung steht. Der Berner Sennenhund sollte, so wie sein Kollege der Schweizer Sennenhund, nicht in einer Etagenwohnung gehalten werden. Übermäßiges Treppensteigen belastet die Gesundheit des Tieres unnötig. Wünschst du dir einen gutmütigen, vierbeinigen Partner für deine Familie? Und hast du Ambitionen mit ihm die richtigen Aktivitäten auszuprobieren und zu trainieren? Dann passt der Berner Sennenhund super zu dir!