Labrador Retriever

Labrador Retriever
Labrador Retriever
Steckbrief
Größe: 53-57 cm
Gewicht: 30-38 kg
FCI-Gruppe: 8: Apportierhunde – Stöberhunde – Wasserhunde
Sektion: 1: Apportierhunde
Herkunftsland: Großbritannien
Farben: Schwarz, Schokolade, Gelb, Gelb-Schokoladebraun
Lebenserwartung: 10-13 Jahre
Geeignet als: Familien-, Begleit-, Blindenbegleit-, Rettungs-, Schweiß- und Drogenhund
Sportarten: Agility, Apportieren, Dummytraining
Charakter: Sanft, Intelligent, Gutmütig, Gütig, Abgehend, Agil
Auslaufbedürfnisse: hoch
Sabber-Potential: mittel
Stärke des Haarens: hoch
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: kurz, dicht, nicht wellig, hart und wetterbeständige Unterwolle
Kinderfreundlich: ja
Familienhund: ja
Sozial: ja

Der Labrador Retriever im Portrait

Der Labrador ist eine mittelgroße, stämmige Hunderasse, die aus Großbritannien stammt. Sie ist von der FCI, Fédération Cynologique Internationale, der Gruppe 2, die der Apportier-, Stöber- und Wasserhunden zugeordnet. Ein Labrador erreicht eine Größe von 54 bis 57 Zentimeter, ein Rüde wiegt 34 bis 37 Kilogramm und eine Hündin erreicht ein Gewicht von rund 26 bis 30 Kilogramm. Die normale Lebenserwartung liegt 10 bis 14 Jahren, die im Vergleich zu anderen großen Hunderassen eher hoch ist.

Im Allgemeinen ist der Labrador ein kräftig gebauter Hund mit einem breiten Kopf und einem ebenso breiten Fang. Die Ohren sind typischerweise sind hoch und weit hinten angesetzt, liegen am Kopf an und sind nicht allzu groß. Ein besonderes Merkmal der Labradore ist die sogenannte “Otterrute“: Sie ist dick im Ansatz und verjüngt sich allmählich zur Spitze hin. Das dichte, kurze und glatte Fell hat eine dichte Unterwolle und bedeckt ebenso falls die Rute.
Die Standardfarben des Labradors sind schwarz, schokoladenbraun und gelb, wobei gelb von hellcreme bis fuchsrot reicht.

Ähnliche Hunderassen sind:

  • Golden Retriever
  • Nova-Scotia-Duck-Tolling-Retriever
  • Flat-Coated-Retriever
  • Labradoodle

Herkunft und Geschichte der Rasse

Die Vorfahren des Labradors stammen aus Neufundland an der kanadischen Ostküste. Sie waren damals wichtige Begleiter der Fischer, da sie als begabte Wasserhunde die gefangenen Fische zu den Booten brachten. Im Gegensatz zu den Neufundländern und Landseern, die ebenfalls von der Labrador-Halbinsel stammen, ist diese Rasse deutlich kleiner und leichter gebaut. Im 19. Jahrhundert fanden die Hunde ihren Weg nach Großbritannien, wo sie als “Labrador Retriever” gezüchtet wurden. Einige passionierte Jäger des englischen Adels setzten den Labrador dann ein und die Zucht konzentrierte sich sehr stark auf die jagdlichen Eigenschaften der Hunde.

Im Sommer 1903 registrierte der englische Kennel Club den Labrador als eigenständige Rasse und mit einigen Rassehundeausstellungen gewann er schnell an Popularität. In der weiteren Zucht des Labradors entwickelten sich zwei unterschiedliche Rasselinien, eineseits die Showlinie sowie andererseits die Arbeitslinie. Die Hunde der Showlinien haben eine kompaktere Statur und die Arbeitslinien zeichnen sich durch ein leichteres Erscheinungsbild und einem größeren Jagdtrieb aus.

Labrador RetrieverZu Beginn der Rassegeschichte gab es lediglich schwarze Labrador Retriever. Die ersten gelben Labradorwelpen wurden als Fehlzüchtungen gesehen und erst 1899 kam der erste offizielle gelbe Labradorwelpe auf die Welt. Das gelbe Farbgen wird rezessiv vererbt, weswegen sie erst wesentlich später anerkannt wurde.
Neben den gelben Hunde gab es auch vereinzelt braune Labradore, jedoch war der erste anerkannte braune Labrador der 1961 geborene Rüde Ch. Cookridge Tango.

Charakter und Wesen des Labrador Retrievers

Der Labrador ist nicht umsonst eine der beliebtesten Hunderassen weltweit – schließlich überzeugen die Hunde mit Freundlichkeit Fröhlichkeit, Aufgeschlossenheit und Ausgeglichenheit. Außerdem sind es sehr geduldige Hunde und verfügen über einen großen Wollen, dem Besitzer zu gefallen. In den seltensten Fällen zeigt ein Labrador Aggressivität, Scheue oder Unsicherheit.
Der Labrador Retriever eignet sich als:

  • Familienhund
  • Jagd- und Apportierhund
  • Dummyhund
  • Blindenführhund
  • Behindertenbegleithund
  • Therapiehund
  • Drogensuchhund
  • Rettungshund

Aufgrund ihres freundlichen Wesens sind Labradore tolle Familienhunde, da sie meist auch mit Kindern gut zurecht kommen. Trotz allem benötigen die Hunde ausreichend körperliche sowie geistige Auslastung. So sind sie tolle Begleiter für Hundesport, beim Joggen und lieben im Allgemeinen lange Spaziergänge, die mit Schwimmeinheiten verbunden werden. Die Hunde sind sehr lerneifrig und motiviert, das sehr nützlich in der Erziehung und Ausbildung des Labradors ist. Sobald ein Hund nicht ausreichend ausgelastet ist, kann er unerwünschtes Verhalten zeigen, weil er unterfordert ist.

Labrador Retriever

Der Labrador als Begleithund

Neben der Eignung als Familienhund wird der Labrador sehr häufig als Begleithund eingesetzt. So wird er als Partner für behinderte oder blinde Menschen ein wichtiger Partner im Alltag. Diese Einsätze bedürfen einer langwierigen Ausbildung, die bereits im Junghundealter beginnt. Als Blindenführhund begleitet der Labrador seinen Besitzer durch den Straßenverkehr, findet bestimmte Orte, wie eine Kasse im Supermarkt oder einen Personenaufzug. Zusätzlich kommt er seinen Apportierfähigkeiten nach und hebt Dinge vom Boden auf oder öffnet Türen und Schubladen.

Andere Einsatzgebiete des Labradors sind der als Behinderten-Begleithund, als Therapiehund oder auch als Diabetiker-Begleithund. Die Funktion als Therapiehund ist meistens bei den Begleithunden impliziert, weil sie den Besitzern wichtige soziale Aufgaben abnehmen. Als Therapiehund ist der Labrador an vielen Orten einsetzbar – so begleiten manche Hunde Lehrer im Schulalltag oder sie werden bei Ärzten oder Pflegeheimen unterstützend eingesetzt. Die Hunde vermitteln ihrem Gegenüber Ruhe sowie Vertrauen und ermöglichen Ärzten oder Therapeuten einen leichteren Zugang zu ihren Patienten.

Die Ausbildung zum Begleithund ist je nach Einsatz sehr speziell und nicht jeder Hund, somit auch nicht jeder Labrador, ist dafür geeignet. Die Charaktereigenschaften des Labradors bieten jedoch optimale Grundvoraussetzung für die Arbeit als Begleithund.

Gesundheit und Ernährung des Labrador Retrievers

Da der Labrador zu den größeren und schwereren Rassen gehört, besteht das Risiko einer Hüft- oder Ellbogendysplasie. Zuchthunde werden deswegen auf die Erkrankungen untersucht, da mittlere oder schwere Dysplasien vererbbar sind.
Eine andere rassetypische Erkrankung ist die vererbare Labrador-Myopathie. Die Muskelerkrankung wird im Alter von drei bis vier Monaten auf und stabilisiert sich ab einem Jahr. Die Symptome sind schnelle Ermüdung, Verlust des Patellasehnenreflexes sowie Muskel-Atrophie.

Da der Labrador in seinem Ursprung ein Arbeitshund ist, benötigt er viel Auslauf, um in Form zu bleiben. Bei zu wenig Bewegung kann der Hund schnell an Übergewicht leiden, das die Gelenke und Knochen zusätzlich belastet. Deswegen sollten die Besitzer eines Labradors darauf achten, dass ihr Vierbeiner ein hochwertiges Futter mit einem hohen Anteil an Proteinen erhält. Vergleichsweise sollte der Anteil der Kohlenhydrate deutlich geringer sein.

Labrador RetrieverHaltungsempfehlungen für den Labrador

Aufgrund der Größe sollte der Labrador bestenfalls in einem Haus mit Garten gehalten werden. Hier hat er ausreichend Platz und kann sich bereits zu Hause gut auslasten lassen. Ein Labrador eignet sich allerdings nicht als Wach- oder Schutzhund, sondern wünscht sich Familienanschluss und die Nähe seiner Besitzer. Er freut sich über eine passende Beschäftigung neben den alltäglichen Spaziergängen. Dazu können Apportierspiele an Land oder am Wasser gehören, aber auch Hundsportarten, wie Agility oder Mantrailing sind passende Aktivitäten für einen Labrador.

Die Erziehung eines Labrador Retrievers gestaltet sich als unkompliziert und benötigt keine besondere Härte oder Konsequenz. Je nach Charakter zeigt er sich sehr eifrig und motiviert, Neues zu erlernen. Eine liebevoller Umgang mit Kuscheleinheiten muss in jedem Fall dazu gehören, da der Hund eine enge Beziehung zu seinem Halter pflegt.

Wenn du einem Labrador ein Zuhause schenken möchtest, achte darauf, dass er aus einer seriösen und artgerechten Zucht stammt. Die Elterntiere sollten optimalerweise HD- und ED-frei sein und bei dem Kauf eines Welpens sollte er bereits gut sozialisiert sein. Vorher solltest du dich genau über die beiden unterschiedlichen Zuchtlinien informieren und entscheiden, welche die Richtige für dich und deine Lebensumstände ist.