Rottweiler

Rottweiler
Rottweiler
Steckbrief
Größe: Rüden: 62-68 cm, Hündinnen: 56-63 cm
Gewicht: 38-59 kg
FCI-Gruppe: 2: Pinscher und Schnauzer – Molosser – Schweizer Sennenhunde und andere Rassen
Sektion: 2.1: Molossoide, Doggenartige Hunde
Herkunftsland: Deutschland
Farben: Braun, Schwarz, Mahagoni, Schwarz-Rotbraun
Lebenserwartung: 9-10 Jahre
Geeignet als: Dienst-, Schutz-, Wach- und Familienhund
Sportarten: Obedience, Apportieren
Charakter: Aufmerksam, Gutmütig, Freundlich, Ergeben, Gehorsam, Selbstbewusst, Mutig, Ruhig, Furchtlos, Zuversichtlich
Auslaufbedürfnisse: eher hoch
Sabber-Potential: eher hoch
Stärke des Haarens: eher hoch
Pflegeaufwand: gering
Fellstruktur: mittellang, derb, dicht und eng anliegend
Kinderfreundlich: eher ja
Familienhund: ja
Sozial: eher nein

Der Rottweiler im Portrait

Der Rottweiler ist eine anerkannte deutsche Hunderasse, die von der FCI zu der  FCI-Gruppe 2, genauer in die Sektion der Doggenartigen Hunde gezählt wird. Die Rasse ist in den Bundesländern Bayern, Brandenburg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen als Listenhund aufgeführt. Das bedeutet, dass der Hund aufgrund seines Charakters nur unter besonderen Bedingungen gehalten werden darf. In der Regel erreichen Rottweiler Rüden eine Größe von 62-68 Zentimeter, Hündinnen eine Größe von 56-63 Zentimeter. Das Gewicht liegt etwa bei 38-59 Kilogramm. Die Lebenserwartung dieser Hunde liegt zwischen 9-10 Jahren.

Das Fell des Rottweilers ist ein sehr festes und kurzes Doppelfell. Besonders intensive Fellpflege benötigt er daher nicht. Die Rasse hat stets ein schwarzes Fell mit rotbraunen Abzeichen im Gesicht, an der Brust und den Beinen sowie an der Rute.

Laut Rassebeschreibung ist der Rottweiler ein kräftiger Hund, dessen Körperbau eher stämmig und gedrungen ist. Er ist wendig, ausdauerfähig und besitzt viel Kraft. Die breite Brust und der gerade Rücken verleihen ihm ein eindrucksvolles, starkes Auftreten. Seine dreieckigen Ohren und der breite Kopf unterstützen das imposante Erscheinungsbild. Aufgrund seines Aussehens und des typischen Rottweiler Charakters eignet er sich perfekt als Wach- und Schutzhund.

Herkunft und Geschichte der Rasse

RottweilerDer Rottweiler ist eine der ältesten Hunderassen und seine Vorgänger begleiteten bereits die römischen Legionen, um sie vor Feinden zu schützen und beim Treiben von Tieren zu unterstützen.

Früher war es durchaus üblich, dass Metzger selbst eine Viehhaltung hatten. In Deutschland war die Stadt Rottweil in Baden-Württemberg einer der wichtigsten Orte für den Viehhandel. Die Metzger hielten die Hunde zum Bewachen und Treiben des Viehs. Deswegen wurde die kräftige Hunderasse auch der “Rottweiler Metzgerhund” genannt.  Der Rottweiler war also ein reiner Gebrauchshund mit viel Ausdauer und einem wachsamen Charakter. Der ursprüngliche Einsatz der schwarzen Hunde zeigt ihre Nähe zu anderen Rassen, wie dem Schweizer Sennenhund.

Bereits Anfang des 20. Jahrhunderts wurde der Rottweiler, ähnlich wie der Deutsche Schäferhund, als Polizei- und Militärhund anerkannt. Heute wird die Rasse eher als Familienhund gehalten und eignet sich als ein wachsamer Wachhund für Haus und Hof.

Charakter und Wesen des Rottweilers

Oftmals wird der Rottweiler zu Unrecht als gefährlich oder aggressiv eingestuft. Ein Hund dieser Rasse ist ein sehr selbstsicherer Hund, der aufmerksam und unerschrocken ist. Dies bezieht sich sowohl auf Hündinnen als auch auf Rüden. Gerade aufgrund dieser Eigenschaften eignet er sich perfekt für den Polizeidienst. Auch sein stark ausgeprägter Schutztrieb verstärkt die Nutzung bei der Polizei.

RottweilerVon seiner Grundstimmung her ist der Rottweiler ein friedliches und freundliches Wesen. Er genießt Streicheleinheiten und Aufmerksamkeit von seinen Menschen in vollen Zügen. Möchtest du ihn in die Familie integrieren, sollte er jedoch eine konsequente Erziehung genießen und gut sozialisiert werden. So kann er ein wirklich toller Familienhund werden, der auch gegenüber Kindern stets freundlich und aufgeschlossen ist. Eine gute Aufzucht und Haltung sowie seine Ausbildung spielen dabei selbstverständlich eine entscheidende Rolle. Für eine rassegerechte Erziehung solltest du einen Besuch in einer Hundeschule in Betracht ziehen. Bereits als Welpe lernt der Rottweiler wichtigste Regeln kennen. Zudem ist die Sozialisierung mit anderen Hunden von großer Bedeutung. Gegenüber den Haltern zeigen die Tiere ein sehr loyales Verhalten, Fremden gegenüber bleiben sie eher distanziert und wachsam. Mit anderen Hunden verträgt er sich ebenfalls.

Gesundheit eines Rottweilers

Auch ein Rottweiler kann irgendwann mal krank werden. Leider bleibt es nicht immer bei nur kleinen Wehwehchen wie Durchfall oder Parasiten. Auch von erb- oder rassetypischen Krankheiten können sie heimgesucht werden.

Typische Rassekrankheiten beim Rottweiler sind:

  • Hüftdysplasie
  • Ellbogendysplasie
  • Entropium
  • Übergewicht
  • Schilddrüsenfehlfunktion

Eine Hüftdysplasie ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks, die häufig bei Rottweilern auftritt. Bei der erblich bedingten Krankheit hat der Oberschenkelkopf zu viel Spielraum in der Hüftgelenkpfanne. Dadurch werden Nerven gereizt, woraufhin der Hund starke Schmerzen verspürt. Bereits bei Welpen kann die Fehlentwicklung auftreten und im Laufe der Zeit immer schmerzhafter werden. Durch zu hohes Gewicht und zu wenig Bewegung werden die Symptome einer HD verschlimmert und bei älteren Tieren kommt es zu arthritischen Veränderungen. Wenn dein Hund Treppensteigen vermeidet, schief sitzt oder bei Spaziergängen häufiger eine Pause machen muss, solltest du einen Tierarzt aufsuchen.

Eine Augenlid Fehlstellung (Entropium) zählt ebenfalls zur rassebedingten Krankheit des Rottweilers. Hierbei rollt sich das Augenlid nach innen und die Wimpern schleifen ständig auf dem Auge. Es kann zu Bindehautentzündungen oder sogar einem Hornhautgeschwür kommen. Falls du also eine Augenrötung oder Ähnliches bei deinem Hund entdeckst, suche sofort einen Tierarzt auf. Mithilfe einer OP, bei der das Augenlid verkürzt wird, kann eine normale Lidstellung erreicht werden.

Zu weiteren rassebedingten Krankheiten gehören unter anderem Kreuzbandriss, Übergewicht, Osteochondrose, Herzvenenverengungen oder Schilddrüsenprobleme. Umso wichtiger ist es, dass du deinen Rottweiler von einem seriösen Züchter kaufst und auf die Gesundheit der Elterntiere achtest.

Ernährung und Pflege eines Rottweilers

Bei der Fütterung ist es wie bei allen Hunderassen besonders wichtig auf eine ausgewogene und artgerechte Ernährung zu achten.  Der Rotti neigt zu Übergewicht, egal, ob Rüde oder Hündin. Die Ernährung ist also extrem wichtig und selbstverständlich muss die Bewegung des Hundes entsprechend angepasst sein. Die Mineralstoffversorgung für ein gesundes Knochenwachstum solltest du  immer dem Alter entsprechend anpassen. Auch bei Hunden mit Allergien oder trächtigen Hunden solltest du besonders auf die Ernährung achten. Hierbei ist es zunächst einmal egal, ob du dich für Dosen- oder Trockenfutter oder für die Rohfütterung entscheidest. Die Rohfütterung gilt jedoch als besonders artgerecht und beugt beispielsweise Mundgeruch oder Allergien vor. Allerdings solltest du dich vorher damit sehr gut auseinandersetzen. Denn auch ein kräftiger Rottweiler darf natürlich nicht alles essen.

Bei der Pflege ist eigentlich nicht viel zu beachten. Diese Hunderasse ist aufgrund ihres kurzen, dichten Fells in dieser Hinsicht sehr pflegeleicht. Es reicht also aus wenn du deinen Rottweiler 1-2 Mal pro Woche bürstest. Hündinnen sollten vor der Läufigkeit etwas mehr gebürstet werden, da sie dann dazu neigen etwas mehr zu haaren. Ein Bad genießt der Rottweiler nicht ganz so gerne und sollte daher wenn möglich eher vermieden werden. Natürlich darfst du nicht vergessen regelmäßig die Augen, Pfoten etc. zu kontrollieren.

Haltungsempfehlungen für Rottweiler

RottweilerDer Rottweiler sollte bei hundeerfahrenen Menschen leben, da seine Erziehung viel Motivation beansprucht und konsequent sein muss. Für ihn ist eine Bezugsperson, der er vertrauen kann und die ihm den Weg weist, enorm wichtig. Sein natürlicher Beschützerinstinkt muss von dem Menschen in die richtige Richtung geleitet werden. Klare Regeln, eine frühestmögliche Sozialisierung und gewisse Grenzen sind daher bei diesen Hunden ein absolutes Muss. Umso wichtiger ist es, dass der Rottweiler so früh wie möglich eine gute Erziehung genießt. So nimmt das Beschützen der Familie nicht Überhang. Auch wenn du ihn als Familienhund halten möchtest, solltest du frühzeitig mit der Sozialisierung starten und eine Hundeschule besuchen. Wenn du dir als Besitzer viel Zeit für deinen Rottweiler nimmst, wird er ein gehorsamer und leicht zu führender Hund.

Perfekt für einen Rottweiler ist natürlich ein Haus mit großem Garten, aber auch eine Wohnungshaltung ist möglich. Wichtig ist nur, dass dein Hund den nötigen körperlichen Ausgleich bekommt. Draußen möchte er sehr gerne gefordert werden, drinnen verhält er sich dafür meist ruhig. Es ist möglich den Hund mit anderen Tieren zu halten. Wenn du in einer Mietwohnung wohnst, ist es empfehlenswert sich vorher eine schriftliche Genehmigung von dem Vermieter einzuholen, denn der Rottweiler ist nun mal in manchen Bundesländern ein Listenhund.