Welpen impfen lassen

Zieht ein Welpe bei dir ein, bekommst du vom Züchter seinen Impfausweis mit ausgehändigt. Er gibt Aufschluss darüber, wogegen der Junghund bereits geimpft ist und ob du nachimpfen lassen musst. Aber wann muss die Impfung aufgefrischt werden? Welche Impfungen gibt es überhaupt? Wir verraten dir, wie ein möglicher Impfplan für Welpen aussehen kann.

Staupe, Hepatitis, Parvovirose – Welche Impfungen wirklich notwendig sind

Es gibt keine Impfpflicht in Deutschland. Empfohlen wird beim Hund jedoch mindestens die Grundimmunisierung gegen Staupe, Parvovirose und Hepatitis. Denn hat sich der Vierbeiner erst einmal mit einer dieser Infektionskrankheiten angesteckt, kann sie tödlich sein.

Da Leptospirose ebenfalls eine tödliche Erkrankung sein kann, wird die Leptospirose-Impfung empfohlen. Auf diesen strittigen Punkt wird weiter unten im Artikel noch näher eingegangen.

Möchtest du mit deinem Hund ins Ausland reisen, ist in jedem Fall die Impfung gegen Tollwut nötig. Für das Restrisiko, dass dein Hund mit einem tollwutinfizierten Import-Hund in Kontakt kommt, ist ein Impfschutz jedoch auch innerhalb Deutschlands sinnvoll. In vielen Versicherungen für den Krankheitsschutz beim Hund sind die Kosten für die Impfungen enthalten. Einen Vergleich aller Angebote zur Hundekrankenversicherung gibt es hier: https://www.vergleichen-und-sparen.de/hundekrankenversicherung/

Ein möglicher Impfplan für Welpen könnte also wie folgt aussehen:

  • Ab 8. Lebenswoche: Staupe + Hepatitis + Parvovirose
  • Ab 12. Lebenswoche: Staupe + Hepatitis + Parvovirose + ggf. Leptospirose
  • Ab 16. Lebenswoche: Staupe + Hepatitis + Parvovirose  + ggf. Leptospirose
  • 6. Monat oder nach Abschluss des Zahnwechsels: Tollwut als Einzelimpfung
  • Ab 15. Monat: Staupe + Hepatitis + Parvovirose + ggf. Leptospirose
  • Alle 3 Jahre: Nachimpfung von Staupe, Hepatitis und Parvovirose
  • Bei Bedarf: alle 3 Jahre Tollwut nachimpfen
  • Bei Bedarf: jährlich Leptospirose nachimpfen

Warum Welpen mehrmals geimpft werden

Impfplan für WelpenWel­pen wer­den 3 x hintereinander geimpft, weil es sein kann, dass die noch bei ihnen vorhandenen Antikörper der Mutter die Bildung von Antikörpern und eines Immungedächtnisses verhindern. Es wird mehrmals geimpft, weil nicht klar ist, ob der sogenannte Nestschutz mit 8, 10, 12 oder 14 Wochen nachlässt und man hofft, dass eine der Impfungen greift.

Die Leptospirose-Impfung – ein schwieriger Fall

Kritische Hundehalter lehnen die Impfung von vornherein ab. Das liegt daran, dass der aktuelle Impfstoff nur gegen vier Leptospiren-Stämme schützt, es aber über 200 gibt. Viele Hunde erkranken also trotz Impfung an Leptospirose. Wird dies früh genug entdeckt, ist die Krankheit gut mit Antibiotika therapierbar. Eine verschleppte oder zu spät erkannte Leptospirose kann tödlich verlaufen. Dazu kommt das Problem, dass die Krankheit auch auf Menschen übertragbar ist. Die Impfung steht auf der anderen Seite im Verdacht Impfschäden beim Hund auszulösen. Die Nutzen-Risiko-Abwägung ist hier also schwierig. Willst du den Teilschutz, den die Impfung bietet, gewährleisten, musst du deinen Hund jährlich nachimpfen lassen.

Was ist mit den Borreliose-, Leishmaniose-, Babesiose- und Zwingerhusten-Impfungen?

Die Impfung gegen Zwingerhusten ist empfehlenswert, wenn dein Hund viel Kontakt mit anderen Hunden hat, etwa in Hundepensionen, Hundeschulen, Ausstellungen oder ähnliches, wodurch ein höheres Infektionsrisiko bestehen kann.

Kritiker fragen sich, warum die Borreliose-Impfung so stark beworben wird. Kaum ein Hund, der sich per Zeckenstich infiziert, wird krank. Borreliose-Impfstoffe sollen genauso nebenwirkungsreich sein wie die Leptospirose-Impfung. Achte also besser auf einen guten Zeckenschutz. Beim relativ neuen Impfstoff gegen Babesiose steht die Frage im Raum, ob er wirklich schützt. Diese Frage steht ebenso beim Impfstoff gegen Leishmaniose im Raum. Diese Impfung macht lediglich dann nur Sinn, wenn du mit deinem Hund in Länder verreist, in denen ein erhöhtes Leishmaniose-Risiko herrscht.

Warum von einigen Tierärzten immer noch das jährliche Nachimpfen empfohlen wird

Das Impfschema des Weltverbands für Kleintierärzte zeigt, dass viele Impfungen mehrere Jahre, teilweise sogar ein Hundeleben, lang halten. Denn alle Säugetiere haben Immungedächtniszellen, ob Mensch, Katze oder Hund. Jährliches Nachimpfen ist unnötig. Ständige Wiederholungsimpfungen belasten den Körper, erhöhen die Gefahr auf Krebsgeschwüre an der Einstichstelle und der Impfschutz wird nicht erhöht. Richtest du dich nach den Impf-„Leitlinien“ der Ständigen Impfkommission (StIKo Vet), reicht alle drei Jahre nachimpfen aus. Führende Wissenschaftler sind der Meinung, dass die Grundimmunisierung im Welpenalter ausreicht und ein Nachimpfen sogar unnütz ist.

Um sicher zu gehen, macht es Sinn bei deinem Hund eine Titer-Bestimmung vom Tierarzt vornehmen zu lassen. Mit einer einfachen Blutentnahme lässt sich erkennen, ob er noch genug Antikörper gegen den jeweiligen Erreger aufweist. Ist das der Fall, muss nicht nachgeimpft werden.