OCD beim Hund

OCD bedeutet Osteochondrosis dissecans und beschreibt eine gestörte Entwicklung des Hundeskeletts. Genauer gesagt sind die Knorpelbildung und das Knochenwachstum bei dem Hund gestört. Knorpel haben keine eigene Blutversorgung und sind deswegen auf Nährstoffe aus umliegenden Gewebearten angewiesen. OCD verhindert, dass der Knorpel sich zu Knochen entwickelt. Dadurch bleibt das Skelett weich und instabil. Unterversorgte Knorpelteile können sogar absterben. Von abgestoßenen Knorpelteilen können außerdem so genannte „Gelenkmäuse“ absplittern. Diese schwimmen im Gelenk und verursachen schmerzhafte Entzündungen.

Welche Symptome treten bei OCD auf?

Wie die meisten Erkrankungen bringt auch die OCD verschiedene Symptome mit sich. Im Allgemeinen laufen Hunde mit Osteochondrosis dissecans lahm. Außerdem ist es möglich, dass der Hund weniger Lust auf Bewegung hat, sich zurück zieht und er angeschwollene Gelenke hat. Eine Diagnose stellt der Tierarzt mithilfe einer Röntgenuntersuchung. Die meisten Symptome sind bereits im 4. bis 7. Lebensmonat des Hundes sichtbar. Häufig betroffen sind Ellenbogen-, Schulter-, Sprung- und Kniegelenk.

OCD beim HundWelche Rassen sind besonders anfällig für OCD?

Wie die meisten Erkrankungen lässt sich auch die Osteochondrosis dissecans bestimmten Hunderassen zuweisen:

  • Deutsche Dogge
  • Deutscher Schäferhund
  • Belgischer Schäferhund
  • Neufundländer
  • Rottweiler
  • Deutscher Boxer
  • Labrador Retriever
  • Golden Retriever

Auch andere Hunderassen können an OCD erkranken, was jedoch deutlich seltener vorkommt.

Was sind die Ursachen von OCD und wie kann ich die Krankheit vorbeugen?

Zum Einen ist Osteochondrosis dissecans erblich bedingt, zum Anderen wird OCD durch die Ernährung des Hundes beeinflusst. Beinhaltet die Ernährung eines Welpen zu viel Energie, wächst er schneller und seine Gelenke werden stärker belastet. Vitamine und Mineralien sind wichtig für Mensch und Hund, dennoch sind auch zu viel Kalzium, Phosphor und Vitamin D negative Einflussfaktoren beim Wachstum. Diese Stoffe führen zusätzlich zu einer beschleunigten Knorpelreifung und können eine OCD begünstigen.

Um Osteochondrosis dissecans vorzubeugen sollten Hundehalter vor Allem auf eine ausgeglichene, dem Alter und der Fitness des Hundes angepasste, Ernährung achten. Zusätzlich kann eine Überbelastung der Gelenke eine OCD beeinflussen. Besonders im Wachstum sind Gelenke und Knorpel der Tiere empfindlich. Hundebesitzer sollten das Spielverhalten ihrer kleinen Vierbeiner in den ersten 12 Lebensmonaten im Auge behalten, denn eine Überbelastung kann schwerwiegende Folgen haben.

Wie wird OCD behandelt?

Osteochondrosis dissecans wird je nach Schwere der Erkrankung behandelt. Grundsätzlich gibt es die Möglichkeit eine Operation durchzuführen oder eine konservative Therapie. Grundsätzlich entscheidet der Tierarzt, welche Therapie angemessen ist. Dabei werden Einflussfaktoren, wie Alter und Gewicht des erkrankten Tieres einbezogen.

Bei weniger starken Beschwerden ist eine konservative Therapie empfehlenswert. Dabei wird darauf geachtet, dass der Hund weniger Mineralien zugeführt bekommt. Außerdem wird der betroffene Bereich für ca. drei Monate ruhig gestellt. Die Ruhigstellung soll dafür sorgen, dass Risse ausheilen. Unterstützend kann der Tierarzt eine Hundephysiotherapie verschreiben. Von Schmerzmitteln ist in diesem Fall eher abzuraten. Werden die Schmerzen durch Schmerzmittel unterdrückt, verspürt der Hund einen größeren Bewegungsdrang, was die Ruhigstellung behindert.

Tipp: Vorsicht ist besser als Nachsicht

Ist die Osteochondrosis dissecans bereits stark fortgeschritten, wählt der Tierarzt höchstwahrscheinlich eine Operation. Bei der OCD-Operation entfernt der Chirurg „Knorpelmäuse“ und glättet Risse manuell. Auch nach einer Operation muss der Hund sich ca. drei Monate mit einer eingeschränkten Bewegung arrangieren. Beide Therapien sind keine Garantie zur Heilung, weshalb Hundebesitzern vorsorglich auf die Ernährung und Bewegung des Hundes achten müssen.

Felix von edogs

Ich schreibe nicht nur Beiträge im edogs Magazin, sondern bin auch für das Social Media Marketing auf Facebook und Instagram zuständig.
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