Hund im neuen Zuhause

Wenn ein neuer Hund einzieht, ist die Aufregung auf beiden Seiten hoch! Wie aufregend, denn man kennt sich doch kaum und ab jetzt verbringt man sein Leben miteinander.
Am liebsten möchte man dem neuen Hund sofort alles zeigen und mit ihm unternehmen. Ihm soll es an nichts mangeln und dass er von allen geliebt wird, das soll er direkt spüren!
Die Idee ist toll – in der Umsetzung erleben wir häufig, dass Hunde in der ersten Zeit im neuen Zuhause völlig überfordert werden. Das ist absolut unabhängig davon, ob ein Welpe, oder ein erwachsener Hund neu einzieht. Damit der Hund, du und deine Familie einen entspannten Start miteinander habt, kannst du einige Dinge beachten.

Lass dem Hund Zeit um anzukommen

In einer völlig neuen Umgebung zu sein, neue Menschen um sich zu haben – alles ist plötzlich anders im Leben deines neuen Hundes.
Lass ihm Zeit diese Eindrücke zu verarbeiten, das neue Leben kennenzulernen und seinen Platz zu finden.
Besuche in der Hundeschule, große Wanderungen und Ausflüge, Besuche von Bekannten oder anderen Hunden – all das darf erst einmal warten. Dafür ist später noch jede Menge Zeit, wenn ihr euch aneinander gewöhnt habt.
Es braucht kein Entertainment-Programm für einen Hund, der gerade erst neu in der Familie ist. Jeder Schritt im neuen Zuhause ist spannend und aufregend für den Hund. Das Partyprogramm endet dann oft in Überforderung.

Routinen und Regeln kennenlernen

Du kennst das bestimmt: Du bist für ein paar Tage zu Gast bei Freunden oder Verwandten und gliederst dich in deren Leben ein. Anfangs braucht es etwas Zeit um zu verstehen, wie der Alltag in der Familie abläuft. Vielleicht weißt du zunächst nicht so richtig wo du dich hinstellen kannst, um nicht im Weg zu sein. Später hast du den Dreh schon besser raus und nach einer Weile kannst du sogar schon mithelfen, weil du genau weißt, wie der Ablauf ist.
Gib deinem Hund die Chance auch Schritt für Schritt die neuen Routinen kennenzulernen. Hilf ihm von Anfang an sich gut einzufügen, indem du ihm sagst, was er tun soll.
Möchtest du zum Beispiel, dass dein Hund vor der Tür wartet, nachdem ihr vom schlammigen Spaziergang zurückkommt? Damit du ihm die Pfoten abwischen kannst? Dann mach das ab dem ersten Spaziergang so. Gibt es bestimmte Abläufe, die du in eurem gemeinsamen Alltag fest integrieren möchtest, erklärst du ihm von Beginn an, was du von ihm erwartest.
Natürlich achtest du dabei darauf, ob der Hund das schon umsetzen kann. Bei Hunden, die aus dem Tierschutz stammen und erst wenig Kontakt mit Menschen hatten, können zu viele Anforderungen auch zur Überforderung und Missverständnissen führen.
Es kann zum Beispiel sein, dass dein Hund perspektivisch für ein paar Stunden am Tag alleine zu Hause bleiben soll. Damit direkt am ersten Tag zu beginnen, wäre selbst dann wenn der Hund bereits erwachsen ist und das Alleinsein kennt, ziemlich viel verlangt. Daher kann diese Komponente des Alltags erst allmählich mit dazu genommen werden.
Kennt der Hund das noch gar nicht, dann braucht er natürlich entsprechend Zeit, um das alleine bleiben zu lernen.

Persönlichkeit und Eigenheiten erforschen

Nimm dir Zeit, die Persönlichkeit deines Hundes in unkritischen Bedingungen zu erfahren. Plötzlich festzustellen, dass dein Hund Angst vor Regenschirmen hat, weil du ihn bereits in den ersten Tagen mit an einen Ort mit super vielen Menschen nimmst, wäre ziemlich unangenehm für euch beide. Viel besser und entspannter, wenn du das bei einem kleinen Spaziergang feststellst, wo euch ein Mensch mit Regenschirm begegnet. Hier kannst du sehen, wie dein Hund reagiert und sich in solchen Momenten verhält. So könnt ihr beide herausfinden, wie ihr dann noch miteinander kommunizieren könnt.
Der Regenschirm steht hier nur für eine Vielzahl von Möglichkeiten, auf die dein Hund möglicherweise ängstlich, aggressiv oder völlig überschwänglich reagieren könnte. All diese Dinge in geschütztem Rahmen zu erproben, ist deutlich einfacher für euch, als in Extremsituationen zu kommen, wenn ihr euch noch gar nicht richtig kennt.

Dass dein Hund in dieser Zeit, bevor du ihn einschätzen kannst, auch erstmal an der Leine bleibt, ist eine richtig gute Idee. Denn Vorsicht ist besser, als den weggelaufenen Hund zu suchen. Ausnahmen gibt es bei Welpen. Je nachdem, wie alt der Welpe ist und was er bereits kennengelernt hat, wird er in der ersten Zeit bei dir sehr darauf bedacht sein, in deiner Nähe zu bleiben. Hier kann es ohne Leine auch gut funktionieren, sofern das Umfeld dafür geeignet ist.
Du siehst also: Weniger ist am Anfang definitiv mehr! Gebt euch genügend Zeit, um in Ruhe miteinander vertraut zu werden und wagt euch dann raus in die große, spannende Welt!
Wir wünschen euch viel Freude dabei!

Lieblingshund-Training

Lieblingshund-Training

Sabrina Neubauer-Reichel und Sarah Both unterstützen dich bei allen Fragen rund um die Hundeerziehung im Alltag und bei Problemen in der Online Hundeschule Lieblingshund-Training.
In detaillierten Video Trainingsanleitungen und mit der engen Betreuung durch die erfahrenen Hundetrainerinnen schaffst du es ganz leicht, deinen Hund zum entspannten Alltagsbegleiter zu erziehen.
Online-Hundetraining - wie geht das denn? Du kannst das Training eine Woche lang für nur 1€ testen. Probier es einfach aus. Alle Infos findest du unter: www.lieblingshund-training.de
Lieblingshund-Training

Letzte Artikel von Lieblingshund-Training (Alle anzeigen)