Sei es im Wald oder auf den Wiesen – überall warten jetzt Zecken auf neue Wirte, zu denen insbesondere unsere Hunde gehören. Mit der Sommerzeit vermehren sich die kleinen Insekten und werden zum Leidwesen viele Hundebesitzer viel öfter als gewollt, mit nach Hause gebracht. Die in Deutschland überwiegend vorkommende Zecken-Art ist die Schildzecke in ihren unterschiedlichen Unterarten und sie sind Überträger für verschiedene Krankheiten.

Hund vor Zecken schützen

Welche Krankheiten werden von Zecken übertragen? Wie kann ich meinen Hund vor Zecken schützen? Und wie entferne ich die kleinen Tiere, wenn sich doch einmal eine am Hundekörper festgebissen hat? Die Antworten auf die wichtigsten Fragen zu Zecken beim Hund findest du jetzt hier!

Welche Krankheiten übertragen Zecken beim Hund?

Borreliose

Zu den am meist verbreiteten Krankheiten, die durch Zecken übertragen werden, gehört die Lyme Borreliose. Sie ist eine sogenannte Vektorenerkrankung und eine Übeträger-Zecke kann mit jedem Biss die Erreger übertragen. Die Borrelien werden durch den Biss aktiviert und 24 Stunden danach auf den Hund übertragen. Die Inkubationszeit kann mehrere Wochen oder sogar bis zu mehreren Monaten andauern.

Symptome einer Borreliose

Die Symptomatik einer Borreliose-Erkrankung ist nicht sehr eindeutig, woraufhin die Diagnose erst spät eindeutig gestellt werden kann. Die folgenden Anzeichen sind Hinweise für eine Infektion mit Borrelien:

  • Fieber
  • lethargisches Verhalten
  • Schwellung der Lymphknoten
  • Lahmheiten
  • neurologische Ausfälle
  • auffällige Nierenwerte und Entzündung der Augen

Eine mögliche Schutzmaßnahme ist die Impfung gegen Borreliose. Im Gegensatz zum Menschen können Hunde gegen die Borrelien geimpft werden. Jedoch sind die Impfstoffe, die in Deutschland zulässig sind, kein hundertprozentiger Schutz vor den in Deutschland auftretenden Arten. Außerdem bringt eine Impfung ebenfalls ein Risiko für Nebenwirkungen mit sich, die sich mit Fieber, Erbrechen, Mattheit und Lustlosigkeit äußern können. In manchen Regionen Deutschlands ist eine zusätzlich Impfung, neben anderen Präparaten, ein ratsamer Schutz vor einer von Zecken übertragenden Borreliose.

Babesiose

Die Babesiose wird auch Hundemalaria oder Piroplasmose genannt und ist eine schnell verlaufende, tödliche Infektionskrankheit, wenn sie nicht direkt behandelt wird. Hierbei entsteht eine Anämie, weil die Blutkörperchen zerstört werden. Die Inkubationszeit liegt bei 9 Tagen bis hin zu 3 Wochen.

Typische Symptome

Bei einem akuten Krankheitsverlauf sind die Hunde sehr schwach und matt, leiden an hohem Fieber und haben blassgelbe Schleimhäute. Dazu kommt meistens noch ein Nierenversagen.

Bei einem chronischen Verlauf treten wechselndes Fieber und abnehmende Kondition am häufigsten auf. Dazu können noch Störungen der neurologischen Funktionen, des Kreislaufs und des Magen-Darm-Traktes kommen.

Ehrlichiose oder Zeckenfieber

Normalerweise kommt diese Infektionskrankheit nur in Mittelmeerländern und in sub- sowie tropischen Regionen vor. Die Inkubationszeit liegt zwischen 8 und 20 Tagen und sie wird oftmals mit einer Doppelinfektion von Babesien diagnostiziert. Die Ehrlichiose taucht in zwei Verlaufsformen auf, einerseits als mono- und lymphozytäre Ehrlichiose und als granulozytäre Ehrlichiose, auch Anasplasmose genannt.

Symptomatiken

Mono- und lymphozytäre Form: wiederauftretendes Fieber, Nasenausfluss und -bluten, Erbrechen, Blutarmut, Milzvergrößerung, Ödeme und Blutungen der Unterhaut.

Anasplasmose: Milderer Verlauf, Appetitlosigkeit, Lahmheit, Gewichtsverlust und Polyarthritis

Wie schütze ich meinen Hund vor Zecken?

Die kleinen Helferlein gegen Zecken reichen von chemischen Präparaten bis hin zu pflanzlichen Mittel und diversen Hausmitteln. Nicht jeder Hund verträgt alle Anti-Zeckenmittel und alle Mittel helfen nicht bei jedem Vierbeiner. Die bekanntesten Produkte stellen wir dir hier einmal vor:

Spot on Produkte

Zeckenschutz im Hundenacken auftragen

Die Mittel sind die typischen Produkte, die Hundebesitzer oft beim Tierarzt erhalten. Sie haben verschiedene chemische Wirkstoffe, die du auf die Haut deines Hundes träufelst. Das bekannteste Mittel gegen Zecken ist Frontline, das mithilfe des Wirkstoffs Fipronil die Zecken bekämpft. Dieses Insektizid führt durch einen Einfluss auf das Nervensystem zum Tod des Insekts. Laut Frontline wirkt das Spot on Mittel rund 4 Wochen gegen Zecken, wobei es aber nicht bei Junghunden unter 2 Kilogramm Körpergewicht angewendet werden darf.

Leider kann Frontline verschiedene Nebenwirkungen auslösen, wie Reaktionen der Haut an der Anwendungsstelle, genereller Juckreiz oder Haarausfall, neurologische Veränderungen oder Erbrechen.

Exspot und Advantix

Eine andere Anwendung, die ebenfalls mit Insektiziden arbeitet, sind Exspot und Advantix. Beide Präparate enthalten Permethrin, ein Kontaktgift, das die Fußorgane von nicht festgebissenen Zecken auf dem Hund reizt. Die Insekten werden dann im Fell besser sichtbar, weil sie aus den Regionen mit erhöhter Konzentration zurückziehen. Exspot darf nicht bei Hunden unter drei Monaten verwendet werden und für die Anwendung von Advantix muss der Hund mindestens 8 Wochen alt sein.
Bekannte Nebenwirkungen können Juckreiz und gelegentlich Haarausfall sein. Ganz wichtig: Exspot darf ausschließlich für Zecken beim Hund angewendet werden! Katzen können das Permethrin nicht verstoffwechseln und leiden daraufhin an einer Vergiftung!

Zecken Halsbänder

Diese zusätzlichen Halsbänder geben Insektizide ab, die von dem Halsband aus auf dem gesamten Körper des Hundes verteilt wird. Die Konzentration des Giftes wird konstant abgegeben und die Wirkung hält, je nach Wirkstoff, bis zu 6 Monate an. Der Wirkstoff der Halsbänder beeinträchtigt nicht den Geruchssinn des Hundes, aber es können Nebenwirkungen wie Juckreiz oder weitere allergische Reaktionen auftreten. Hunde, die jünger als 7 Wochen alt sind, und Tiere, die an Hautirritationen oder -läsionen leiden, dürfen diese Halsbänder nicht tragen.

Pflanzliche Mittel für Zecken beim Hund

Hierbei bedienen sich die Hersteller verschiedener Extrakte und Öle, die auf natürliche Art und Weise gegen Zecken wirken. So beispielsweise Bogacare, dass Margosa-Exrakt, Nelkenblütenöl und Citronella beinhaltet. Andere pflanzliche Produkte sind Nova Gard Green und Amigard. Der wesentliche Vorteil sind hierbei, dass keine Nebenwirkungen bekannt sind.

Natürliche Mittel gegen Zecken

Viele Hundebesitzer, die ihren Vierbeinern keine chemischen Präparate verabreichen möchten, wählen oft eine der ganz natürlichen Alternativen. Diese verzichten vollkommen auf Zusatzstoffe, die bei den Hunde Nebenwirkungen auslösen können.

Kokosöl

Das Fett der Kokosnüsse gehört zu den wenigen naturbelassenen Produkten, die eine nachweisbare Wirkung gegen Zecken haben. Die darin enthaltene Laurinsäure hält Zecken fern. Selbst wenn sich die Zecke bereits fest gebissen hat, kann das Einreiben mit Kokosöl das direkte Abfallen des Insekts hervorrufen.

Kokosöl gegen ZeckenZunächst solltest du an einer kleinen Stelle testen, ob dein Hund das Öl verträgt. Danach solltest du ihn direkt vor dem Spaziergang mit einer haselnussgroßen Menge einreiben. Besonders die Pfoten, Beine, Bauch sowie Nacken und Kopf müssen von dem Öl bedeckt sein.

Zusätzlich dazu kannst du deinem Hund, voraus gesetzt er mag das Kokosöl gerne, auch unter die tägliche Ration Trockenfutter mischen. Dadurch erhöht sich der Schutz und gleichzeitig ist das Öl förderlich für den Glanz und das Wachstum des Fells.

Zistrose

Die Zistrose gehört zu den Zitrosengewächsen und ist eine vielseitig einsetzbare Pflanze. Sie ist entzündungshemmend, stärkt das Immunsystem und ist antiviral sowie antimikrobiell. In der Humanmedizin ist sie bereits ein effektives Mittel bei Durchfall- oder Hauterkrankungen und auch als Zeckenmittel zeigt sie vielversprechende Ergebnisse.

Zistrose wird als Kapseln verfüttert, die du problemlos mit der herkömmlichen Hundefutter geben kannst.

Weitere Hilfsmittel wie Bierhefe, Knoblauch oder Bernsteinhalsbänder werden von vielen Hundehaltern ebenfalls als Mittel gegen Zecken verwendet. Hier liegen jedoch keine Nachweise über die Wirkung vor.

Wie entferne ich Zecken beim Hund richtig?

In den warmen Monaten sollte deine tägliche Routine mit deinem Hund auch darauf bestehen, dass du ihn komplett auf Zecken untersuchst! Manche Insekten setzen sich trotz Hilfsmittel fest und beißen zu. Je länger eine Zecke am Körper des Hundes sitzt, desto größer ist auch das Infektionsrisiko!  Also: entferne jede Zecke direkt und korrekt, sodass du das Risiko einer Erkrankung möglichst gering hältst!

Zeckenzange, Zeckenkarte oder Zeckenhaken?

Es gibt unzählige Möglichkeiten, um festgebissene Zecken beim Hund zu entfernen. Neben den bereits genannten Werkzeugen gibt es noch Zeckenschlingen oder oft genügt auch eine spitze Pinzette.  Damit kannst du die Insekten kinderleicht und schnell entfernen.

Typische Stellen am Hundekörper, an denen Zecken sich gerne festbeißen, sind sehr warme Körperregionen, dazu gehören der Nacken, hinter den Ohren oder an der Innenseite der Hinterbeine. Trotzdem setzen sie sich auch an den Beinen, am Bauch oder Rücken und am Kopf fest.

Zecken entfernen – drehen oder ziehen?

Zur korrekten Entfernung von Zecken beim Hund gibt es unterschiedliche Auffassungen – einige drehen die Zecke aus der Haut heraus, aber wiederum ziehen sie gerade. Die Art und Weise ist allerdings nicht ausschlaggebend – achte lediglich darauf, dass du die Zecke nicht ruckartig, sondern langsam entfernst. Da das Insekt festsitzende Widerhaken haben, kann eine leichte Drehung oder eine Hebelwirkung hilfreich zur Entfernung sein.

Achte darauf, dass du die Zecke beim Entfernen nicht zusammendrückst! Dadurch gibt sie weitere Erreger an deinen Hund ab! Fasse sie ganz nah an der Haut und entferne sie langsam. Falls ein Teil des Stechsapparats in der Haut bleibt (meistens durch einen schwarzen Punkt zu sehen), brauchst du dir keine Sorgen machen! Die Haut des Hundes stößt die Reste mit der Zeit ab. Behalte in den folgenden Tagen die Bissstelle im Auge, ob sie anschwillt oder rötlich verfärbt. Dies kann eine Entzündung des Bisses zeigen und dann solltest du in jedem Fall deinen Tierarzt aufsuchen.

edogs.de

edogs.de

Mit edogs findest du nicht deinen Traumhund, sondern bekommst auch noch alle wichtigen Information zur Fütterung, Erziehung und Haltung deines Hundes dazu
edogs.de