Krebssuchund

Der 4. Februar ist der offizielle Weltkrebstag – Er soll die Aufmerksamkeit auf die Vorbeugung, die Behandlung und weitere Erforschungen der verschiedenen Krebserkrankungen erhöhen. Bis heute gibt es keine Heilung für Krebs und es erhalten jedes Jahr rund 12 Millionen Menschen weltweit die Diagnose Krebs. Circa 8,5 Millionen der Krebspatienten sterben in Folge der Erkrankung.

Seit einigen Jahren berichten die Medien immer wieder, dass Hunde bei einer Früherkennung einer Krebserkrankung behiflich sein können. Schon seit langer Zeit unterstützen sie den Menschen bei seiner Arbeit, wobei die extrem gut ausgebildete Hundenase eine besondere Rolle spielt. So ist der Hund ein verlässlicher Partner bei der Suche nach lebenden Menschen und Leichen, beispielsweise bei Lawinenabgängen in den Bergen oder bei Vermisstenmeldungen von Kindern. Bestimmte Rassen, wie Schäferhundrassen werden bei der Sprengstoff- und Drogensuche bei der Polizei und beim Zoll eingesetzt. Neben dem Einsatz als Gebrauchshund begleiten viele Hündinnen und Rüden körperlich oder geistig eingeschränkte Personen. Die Tiere fungieren nicht nur als Therapiebegleiter, sondern auch als Warnhund für Diabetes oder Epilepsie. Grundsätzlich kann jede Rasse für den Einsatz ausgebildet werden, jedoch sollten die Hunde immer Freude an der Arbeit und eine große Lernbereitschaft zeigen. Typische Hunde sind zum Beispiel Labradore, Australian Shepherds oder Border Collie.

Krebs erschnüffeln – wie geht das?

Die Hundenase besteht aus bis zu 220 Millionen Riechzellen.

Einige Studien aus der Krebsforschung zeigen, dass das enorme Riechvermögen der Hundenase ein großes Potenzial hat, Krebszellen zu erschnüffeln.  Bei der Diagnostik dienen nicht die üblichen Symptome, vielmehr greifen die Ärzte und Halter der Krebssuchhunde auf Proben der Atemluft von möglichen Patienten zurück. Zum Erkennen von Prostatakrebs dient eine Urinprobe, bei Dickdarm- oder Lungenkrebs genügt schon eine Atemprobe der betroffenen Person. Aber was riechen die Hunde genau bei einer solchen Atemproben? Ergebnisse in der Forschung zeigen, dass bösartige Tumore bestimmte Chemikalien absondern, die als volatile organische Verbindungen bezeichnet werden. Die Ausscheidungen des Tumors werden im kompletten Organismus transportiert und gelangen somit auch in den Atemluft der Patienten. Mit diesen Erkenntnissen lassen sich beispielsweise auch Brustkrebs und andere Tumorarten im Frühstadium erkennen.

Hunde als neue Kollegen für Ärzte?

Auch wenn verschiedene Studien belegen, dass Hunde Tumore anhand des Geruchs erkennen können, bleibt fraglich, ob sie in den massenhaften Diagnose eingesetzt werden können. Hunde als neue Kollegen im weißen Kittel? Nein, leider nicht – auch wenn die Tiere extra für den Einsatz trainiert werden, können sie die Arbeit der Ärzte oder deren Diagnosetechniken nicht ersetzen. Vielmehr dienen die Krebshunde als unterstützende Maßnahme.

In Österreich besteht bereits ein Verein für Gebrauchs-, Forschungs- und Suchhunden. Diese Krebssuchhundestaffel bekommt neben den bereits genannten Proben auch Speichel- oder Blutserumproben, um auffällige von neutralen Proben zu selektieren. Mithilfe des problemlosen Vorgehen können die Tiere ruhig und konzentriert arbeiten. Wenn sie eine auffällige Probe ausfindig machen, zeigen sie dies mit dem sogenannten Passiv-Verhalten an. Das passive Verhalten zeigt sich lediglich mit der Körpersprache der Hunde, sodass sie nicht mit Bellen oder aktivem Vorangehen reagieren, sondern sich hinsetzen, hinlegen oder mit der Pfote die betroffene Probe anzeigen.

Auch wenn diese Form der Diagnostik noch nicht weltweit anerkannt ist und es noch viele Skeptiker gegenüber den Hunde gibt, sind solche Erkenntnisse von großer Bedeutung für den Kampf gegen Krebs. Je früher ein bösartiger Tumor ausgemacht wird, desto größer sind die Chancen auf Heilung für den Patienten. Die Krebssuchhunde sollen zwar nicht vollkommen in die Diagnostik einbezogen werden, jedoch versuchen Forscher, das Riechorgan der Hunde nachzubauen, um anhand dieser Technik die Menschen untersuchen zu können.

Bis die Technik soweit fortgeschritten ist, helfen aber die Hunde weiterhin. Momentan ist die Vorgehensweise der österreichischen Organisation kostenpflichtig, aber trotzdem bietet die Arbeit der Hunde unglaubliche Möglichkeiten und hilft vielen Menschen auf der Welt!